Arbeitsagenturchef Frankfurt (Oder): Wer bei Tesla arbeitet, muss belastbar sein

Der Chef der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder), Jochem Freyer, hat auf die speziellen Anforderungen hingewiesen, die der US-Autobauer Tesla an seine Beschäftigten im geplanten Werk in Grünheide bei Berlin stellt.

„Wer bei Tesla arbeitet, muss belastbar sein, bereit sein, mal eine Extrameile zu gehen“, sagte Freyer dem Handelsblatt. „Er kann davon ausgehen, nicht täglich den gleichen Job zu machen.“ Tesla wolle ganz bewusst Mitarbeiter ihre Tätigkeiten wechseln lassen – heute in der Lackiererei, morgen im Presswerk, das sei durchaus möglich. „Um die Fähigkeiten zu erhöhen, aber auch um Belastungen durch Routine ein Stück weit abzudämpfen“, erläuterte Freyer. „Wer damit klarkommt, hat gute Entwicklungsmöglichkeiten.“

Er habe zudem das Gefühl, dass Team- und Kooperationsfähigkeit bei Tesla ein besonderer Wert sei. „Übrigens auch die Identifikation mit dem Produkt und der Mission von Tesla, das heißt den schnellen Umstieg auf nachhaltige Energie mit Leidenschaft zu unterstützen“, sagte Freyer weiter. Für Jobbewerber bedeutet dies, man müsse schon dabei sein wollen. „Wir zwingen niemanden zu Tesla.“

Die Zahl der Jobinteressierten schätzt Freyer im hohen vierstelligen Bereich. „Es gibt richtige Freaks, die verfolgen jeden Kamera-Drohnenflug über die Baustelle im Internet“, sagte der Arbeitsagenturchef. „Die stellen dann ganz spezielle Fragen wie etwa nach der Softwareversion des Lagerhaltungssystems.“ Ansonsten interessierten sich die Bewerber häufig für das Gehaltsgefüge und den Schichtablauf. Wie man zum Werksgelände komme oder ob es einen Mitarbeiterparkplatz gebe.

Nach Angaben von Freyer wird Tesla auch in großem Umfang ausbilden. „Ziel ist, im nächsten Jahr mit einigen Auszubildenden anzufangen und ab 2022 dann in allen relevanten Ausbildungsberufen, angefangen beim kaufmännischen Bereich bis in den gewerblich-technischen Bereich, also viele Metall- und Elektroberufe“, sagte der Behördenchef. „Das wird eine riesige Herausforderung für die hiesige Bildungslandschaft.“ Die Automobilbranche habe in Deutschland eine Ausbildungsquote von durchschnittlich fünf Prozent. „Angenommen, bei Tesla arbeiten 10.000 Menschen, dann wären 500 in der Ausbildung.“ Das wiederum bedeute, dass es jedes Jahr ungefähr 150 bis 200 neue Azubis gebe, wenn Tesla einen deutschen Schnitt erreichen wolle.

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