Wegen WIRECARD: Bafin fordert mehr Kompetenzen bei der Bankenaufsicht

Als Lehre aus der Insolvenz des Zahlungsdienstleisters Wirecard drängt der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Felix Hufeld auf erweiterte Befugnisse für seine Behörde.

„Es ist richtig, dass die Kompetenzen der Bafin bei der Bilanzkontrolle und der Aufsicht über Tech-Unternehmen gestärkt werden sollen“, sagte er der WirtschaftsWoche. Nachholbedarf gebe es aber auch bei der Bankenaufsicht. „Wir müssen darauf achten, dass Banken, denen es auf den ersten Blick gut geht, die aber Auffälligkeiten zeigen, intensiver kontrolliert werden. Ich will eine stärkere Individualaufsicht“, sagte Hufeld. Mit dieser hätte sich etwa die Wirecard-Bank intensiver kontrollieren lassen.

Wegen möglichen Defiziten und Fehleinschätzungen bei der Überwachung von Wirecard steht die Bafin seit Monaten in der Kritik. Dabei geht es auch um private Handelsaktivitäten von Bafin-Beamten mit Wirecard-Wertpapieren. Hufeld nahm die Bafin-Beschäftigten erneut in Schutz: „Wir hatten ein Compliance-System, das den gesetzlichen Vorgaben entsprach, aber nicht mehr zeitgemäß ist und deshalb zu Recht verändert wird. Kann ich aber den 85 Mitarbeitern einen Vorwurf machen, die Wirecard-Aktien gehandelt haben? Nein, denn bisher gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass sie Insiderwissen genutzt haben“, sagte er. Derzeit überprüft eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Handelsaktivitäten. Künftig soll Bafin-Beschäftigten der Handel mit Einzelwerten der von der Behörde beaufsichtigten Unternehmen untersagt werden.

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