ISS kritisiert hohe Managementvergütungen bei Tesla

DÜSSELDORF. Die Beratungsfirma Institutional Shareholder Service (ISS) kritisiert im Vorfeld der Tesla Hauptversammlung am Donnerstag in einem Bericht den Verwaltungsrat harsch.

Der Bericht ist nicht öffentlich zugänglich, liegt aber dem Handelsblatt vor. Danach bezahlt Tesla seine neun Mitglieder des Verwaltungsrats „exzessiv“ im Vergleich zu Unternehmen aus der gleichen Branche oder „gar zu den größten amerikanischen börsennotierten Gesellschaften“.

Die Vergabe von „großen Aktiengeschenken“ sei nicht an Performance-Kriterien gebunden oder „genügend begründet“ worden. So hätten die Direktoren Robyn Denholm und Hiromichi Mizuno jeweils 5,76 und 9,23 Millionen Dollar erhalten, vor allem durch Aktienoptionen. Da nur alle drei Jahre die Mitglieder des Verwaltungsrates neu gewählt werden und deswegen dieses Jahr Kimbal Musk und James Murdoch zur Wahl stehen, empfiehlt ISS den professionellen Anleger, gegen die beiden Kandidaten zu stimmen.

Weiterer Kritikpunkt: der Verwaltungsrat von Tesla reagierte laut ISS auf einen Aktionärsbeschluss vom vergangenen Jahr nur unzureichend. Damals wollte die Mehrheit der Anleger, die sogenannten „Super Votes“ abschaffen – mit deren Hilfe Elon Musk so gut wie alles im Unternehmen blockieren kann. Er besitzt derzeit 17 Prozent von Tesla, der Anteil wird aufgrund zahlreicher Aktienoptionen künftig noch steigen. Tesla reagierte zwar auf den Aktionärsentschluss und legt in dieser Hauptversammlung den Vorschlag auf den Tisch, das „Super Voting“ abzuschaffen. Kleiner Schönheitsfehler: Um den Tagesordnungspunkt durchzusetzen, braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Aktionäre. Die gibt es ohne die Aktien von Musk aber so gut wie sicher nicht. ISS bescheinigt dem Verwaltungsrat daher „unzureichende Ansprechbarkeit.“

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