Rewe-Chef kritisiert Staatshilfen für Tui und FTI

Der Chef des Handelskonzerns Rewe, zu dem auch die DER Touristik gehört, sieht die Staatshilfen für die Reiseanbieter Tui und FTI kritisch.

„Ich hoffe sehr, dass unsere Konkurrenten die erhaltenen Hilfen nach der Krise komplett zurückzahlen und der Staat nicht ein Auge zudrückt“, sagte Rewe-Lenker Lionel Souque (49) im Interview mit dem manager magazin.

Er sei zwar „sehr dafür“, so Souque, „dass man dabei hilft, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern“. Man könne sich trotzdem darüber wundern, „dass der Staat mit Tui und FTI zwei Unternehmen unterstützt, die streng genommen keine deutschen Firmen sind“. So sei Tui an der Londoner Börse zu Hause und habe einen russischen Milliardär als Ankeraktionär. FTI gehöre inzwischen mehrheitlich einem ägyptischen Geschäftsmann. Hinter der DER Touristik hingegen „stehen 1800 mittelständische Unternehmer aus Deutschland“, betonte Souque gegenüber dem manager magazin. Sollten die Wettbewerber die staatlichen Hilfen nicht komplett zurückzahlen müssen, wäre das nach Ansicht des Rewe-Chefs „grob unfair“.

Die Kölner Rewe-Gruppe (Rewe, Penny) ist hundertprozentige Eigentümerin der DER Touristik mit Marken wie ITS, Dertour und Meiers Weltreisen. Mit 8,4 Millionen Gästen und 6,5 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr ist die DER Touristik der zweitgrößte Reiseanbieter in Deutschland und Europa. Im Gegensatz zu den Wettbewerbern Tui und FTI hat sie trotz schwerer Einbrüche wegen der Corona-Pandemie keine staatlichen Kredite beantragt.

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