Die Bahn braucht 10 Milliarden frisches Geld

Die Deutsche Bahn rutscht in der Corona-Krise tief in die roten Zahlen. Nach SPIEGEL-Informationen könnte der Fehlbetrag auf bis zu zehn Milliarden Euro steigen.

Dies hat Bahn-Chef Richard Lutz am Dienstagabend Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in einem Gespräch eröffnet. Die Bahn werde einen Teil der Summe durch Sparen aufbringen, kündigte Lutz an.

Zunächst könnte dies mit einer Reduzierung des Bahnverkehrs geschehen. Im Fernverkehr etwa fahren immer noch 80 Prozent aller Züge, obwohl die Passagierzahlen deutlich eingebrochen sind.

Als zweiten Schritt plane die Bahn, weitere Kredite aufzunehmen. Damit würde sie über eine Schuldengrenze von 20 Milliarden Euro schießen, die das Parlament dem Konzern auferlegt hatte.

Aus Aufsichtsratskreisen wird bestätigt, dass die finanzielle Situation der Bahn zunehmend kritisch wird. Bislang lägen erst die März-Zahlen der Bahn vor, doch die sähen bereits schlimm aus. „Die vom April werden sicher noch schlimmer“, heißt es. In der Aufsichtsratssitzung Mitte Mai werde man sich mit der Lage konkret beschäftigen. Die Bahn werde Geld an den Finanzmärkten aufnehmen, der Staat würde aber sicherlich auch einspringen müssen. „Die Schuldengrenze ist in dieser Situation nur noch Makulatur“, sagte ein Bahn-Aufsichtsrat dem SPIEGEL.

2 Antworten auf „Die Bahn braucht 10 Milliarden frisches Geld“

  1. Als die Deutsche Bundesbahn noch staatlich war, waren die ländlichen Verbindungen top und die Preise für jeden bezahlbar. Dann wurde privatisiert, die Vergünstigungen für die Bahnmitarbeiter fielen den Managergehältern zum Opfer und obwohl das Volk bereits die komplette Infrastruktur für die Bahn erstellt hatte, wurden die Ticketpreise erhöht, ländliche Strecken und Bahnhöfe geschlossen, die Passagiere mit schmutzigen, unpünktlichen Zügen mit lächerlichem Komfort abgespeist. Nun sollen wir wieder retten: wann hört das endlich auf? Solange Geld verdient wird, werden wir ausgelacht, werden Verluste geschrieben, soll der Staat verantwortlich sein – die Banken haben es vorgemacht. Sind die Steuerzahler die Idioten der Nation??? Wann fangen wir an zu fordern? Die Nutznieser des staatlichen Konstrukts, die vom Volk gewählten Volksverräter bzw. durch unerwünschte Partei-Zusammenschlüsse uns diktatorisch vorgesetzte „Volksvertreter“, werden auch das nicht für uns tun.

  2. „Dann wurde privatisiert, die Vergünstigungen für die Bahnmitarbeiter fielen den Managergehältern zum Opfer und…“ <- Das "privatisiert" muss aber in große Anführungszeichen kommen, denn der alleinige Aktionär der Deutschen Bahn AG ist die Bundesrepublik Deutschland. Im Endeffekt hat der Staat es noch in der Hand, lässt sich aber eine lange Nase machen von der drum herum entstandenen Privatwirtschaft und unfähigen Managern, die Staats=Steuer-Geld absaugen, da gebe ich ihnen Recht!

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