Goldman-Sachs: Stimmung deutet auf Rezession hin

Die Lage in den USA bleibe vor allem wegen des anhaltenden Handelsstreits mit China angespannt. „Wir befinden uns in einer schwierigen Zeit: Die Stimmung deutet auf eine Rezession hin, aber die zugrunde liegenden Daten zeigen das noch nicht“.

Goldman Sachs arbeitet mit Nachdruck am Ausbau des Privatkundengeschäfts. Nachdem die US-Investmentbank im August gemeinsam mit Apple eine Kreditkarte auf den Markt gebracht hat, sollen weitere Kooperationen folgen, „sowohl bei Kreditkarten als auch bei anderen Produkten“, sagte Finanzchef Stephen Scherr im Interview mit dem Handelsblatt.

Goldman Sachs gründete bereits 2016 die Online-Bank Marcus, die im Zentrum der Privatkundenstrategie steht und im vergangenen Jahr auch in Großbritannien an den Markt ging. Das Kreditkartengeschäft schreibt derzeit noch rote Zahlen, soll in den kommenden Jahren jedoch profitabel werden, so Scherr.

Insgesamt will die Bank mit dem Einsatz von neuen Technologien bei ihren Kunden punkten. „Im Investmentbanking etwa geben wir unseren Kunden Werkzeuge an die Hand, um Aktien- und Anleiherückkäufe effizienter zu gestalten, und zwa r direkt an ihren Firmenrechnern“, erklärt der Finanzchef. Auch in Deutschland könne die Bank davon profitieren, dass sich viele Unternehmen angesichts der Digitalisierung neu aufstellen. Im Aktienhandel hätten Goldman, aber auch JP Morgan Chase und Morgan Stanley zuletzt vermehrt Kunden aus Europa gewonnen.

Die Lage in den USA bleibe vor allem wegen des anhaltenden Handelsstreits mit China angespannt. „Wir befinden uns in einer schwierigen Zeit: Die Stimmung deutet auf eine Rezession hin, aber die zugrunde liegenden Daten zeigen das noch nicht“, sagte Scherr. „Oft ist es jedoch so, dass die schlechte Stimmung am Markt dann schließlich auf die Daten durchschlägt.“ Es sei für Banken generell schwierig, durch dieses Umfeld zu navigieren.

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